Robert HP Platz
Werkkommentar
up down strange charm

 
up down strange charm entstand als Zyklus von Partituren, die sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen bis zum Tutti als Musik im Raum gespielt werden können. Der räumliche Aspekt entspringt dabei einem inneren Zwang, die verschiedenen Stränge polyphoner Schichtungen mit dem Gehör leichter trennen zu können. Gleichzeitig ist er Hommage an die architektonische Situation der Uraufführungen    -    up und down wurden für das SCHÖMERHAUS in Klosterneuburg bei Wien geschrieben, einen sehr hohen offenen Raum mit ringförmig angeordneten Balkonen und einer den Raum optisch beherrschenden Treppenkonstruktion. strange und charm entstanden zur Eröffnung des Konzertsaals des von dem Architekten Arata Isozaki gebauten International Art Village Akiyoshidai in der Präfektur Yamaguchi, Japan; ein Raum, der sich nach draußen öffnet und der selbst einen kleinen Teich mit einer Insel zu integrieren vermag.

Die Titel dieser Architekturstücke sind der Teilchenphysik entnommen; Ups und downs sind die Bausteine der den Atomkern, also alle Materie bildenden Protonen und Neutronen, strange und charm heißen weitere Partikel höherer Energie.
Sie sind also Teilchen (Quarks) in verschiedenen Energiezuständen, deren Möglichkeiten, für sich alleine oder als Teil eines Ganzen aufzutreten an die Aufführungsmöglichkeiten dieser Komposition erinnern.

Die Arbeit an diesem Zyklus umfaßt auch Vorstudien und Echos: das zuerst geschriebene main FLEUR (ECHO III) als Studie für Synchronisierungsfragen des Zyklus, Echo IV für Violoncello solo als vorbereitende Studie zu up, die Shô-Studie senko-hana-bi sowie über “charm” (Echo VI) für zwei Ensembles und Tonband (ein Weiterschreiben/Übermalen von charm), Tau für Streichquartett und die Orgelkomposition Stunden:Buch.

Robert HP Platz


up down strange charm (1996/98)
für Ensemble


Besetzung: Kl (Bkl). Schlzg. Hf. Vl. Shô (od. Akk). Klav. Kl. Hr. Fg. 2 Vl. Vla. Vc. Kb.

Uraufführung der Gesamtfassung: Witten, 24.4.1999

Dauer: 15'

Verlag: Ricordi München – Sy. 3440 Part.* / Sti.


Siehe auch die Einzeltitel up (Klavierstück 4), down für Ensemble, strange für Klarinette (Bkl.), Harfe und Schlagzeug und charm für Violine und Shô (alternativ: Akkordeon) sowie up down für Kammerensemble und strange charm für Klarinette (Bkl), Schlagzeug, Harfe, Violine und Shô (od. Akk). Die Stücke können einzeln, in beliebiger Kombination oder als Tutti gespielt werden.

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