Robert HP Platz
Werkkommentar
Turm/WEITER


Die kompositorischen Pläne für diese beiden Stücke entstanden in enger Gemeinsamkeit: Turm versteht sich als eine extreme Kondensierung der Inhalte von WEITER. Dadurch wird die Partitur von Turm zu einer Analyse von WEITER.
Turm läßt sich gliedern in vier Viertel (als 2. bis 5. Schlag einer Quintole über einen 2/2- Takt mit Viertel = 96). Jedes dieser Viertel repräsentiert einen der vier Formteile von WEITER und stellt eine in sich geschlossene Einheit dar. 
Die Folge der vier Schläge oder Abschnitte läßt sich verstehen als Energiezuwachs zu höchster Dichte und  Rückführung zu einem energielosen Zustand.
Diese Entwicklung gleicht der natürlichen Folge der Jahreszeiten mit ihrem Aufkeimen des Frühlings, der bunten Dichte des Sommers, der Beruhigung im Herbst und der Ruhe im Winter.
Auf jeweils verschiedene Art und Weise wird dieser Vorgang konterkariert, so als sei zu jeder Jahreszeit immer auch ihr Gegenteil vorhanden, wie in der Tat auf der Erde ja auch immer die Jahreszeiten der nördlichen und der  südlichen Hemisphäre einander entgegenlaufen. Turm stellt also eine gleichzeitige Globalsicht dar wie ihn der Blick eines Astronauten aus großer Ferne auf  unsere Erde haben würde: als winzig verletzliche, kostbar funkelnde Insel im All.
Aufgrund der Übereinstimmungen von Turm und WEITER liegt es nahe, Turm im Zusammenhang mit diesem umfangreicheren Orchesterstück aufzuführen. Doch ist auch geplant, eine größere Anzahl solcher "Türme"  zu komponieren, die im fortlaufenden Werk wie Landmarken aufragen oder losgelöst als ein eigener Zyklus zusammengespielt würden. 

Robert HP Platz


TURM (1995/96)
für Orchester


Besetzung: 3. 3. 3. 3. / 5. 4. 4. 1. / 4 Schlzg. Hf. / 12. 12. 10. 8. 6.

Uraufführung: Donaueschingen, 20.10.1996

Dauer: 1 Sek.

Verlag: Ricordi München – Sy. 3272 Part.* (zusammen mit WEITER) / Sti.

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